Von Redaktion am 19.11.2009
Störung nicht hinnehmbar!
- Expertenbericht der Deutschen TV-Plattform zur Verträglichkeit von Rundfunk und Mobilfunk im UHF-Band veröffentlicht : Störungen nicht hinnehmbar!
- Experten der Deutschen TV-Plattform fordern vor Vergabe terrestrischer Frequenzen an den Mobilfunk die Sicherstellung der Verträglichkeit mit DVB-T-Empfang und Kabel-Anschlüssen
Vor den Konsequenzen einer zu schnellen Versteigerung von Rundfunkfrequenzen aus der sogenannten Digitalen Dividende an Mobilfunkbetreiber warnt die Deutsche TV-Plattform. Alle DVB-T- und Kabel-Haushalte könnten von Bild- und Tonstörungen betroffen sein, die durch Einstrahlungen von Basisstationen und Mobilfunkgeräten in dem zu versteigernden Frequenzbereich der Fernsehkanäle 61 – 69 entstehen. Die heute produzierten Fernseh-Empfangsgeräte sind nicht auf Mobilfunksignale im Bereich 790 – 862 MHz eingerichtet, die in der Wohnung bzw. im Haus über eine erheblich höhere Sendeleistung als Rundfunksignale verfügen. Betroffen sind Set-Top-Boxen, Flachbildschirme mit integriertem Empfänger, aber auch USB-Sticks, Laptops und andere Geräte zum Empfang von DVB-T oder Kabel-Fernsehen. Eine adäquate Schirmung vor Einstrahlungen bzw. die Filterung von Mobilfunksignalen – mit erheblicher Sendeleistung und teilweise sogar in unmittelbarer räumlicher Nähe – ist in den Rundfunkempfängern bislang nicht vorgesehen, da die Fernsehkanäle 61 bis 69, die nun an Mobilfunkdienste vergeben werden, bislang durch Rundfunkdienste genutzt wurden.
In gemeinsamer Anstrengung haben Experten der Deutschen TVPlattform einen Bericht erarbeitet, der die Problematik erläutert und die zu lösenden Probleme identifiziert. Sie kommen zu dem Schluss, dass zahlreiche offene Punkte bei der Störanalyse, insbesondere in Verbindung mit dem neuen Mobilfunk-Standard LTE (Long Term Evolution) genauer untersucht werden müssen. Sendeanstalten, Netzbetreiber und Endgeräteindustrie sind alarmiert und arbeiten mit Hochdruck daran, den zuständigen Behörden die Ernsthaftigkeit der Störproblematik aufzuzeigen sowie Lösungsansätze für eine störungsfreie Einführung des Mobilfunks im Bereich 790 – 862 MHz zu entwerfen, um Probleme für die Verbraucher zu verhindern.
Der umfangreiche Bericht, der den Sachverstand mehrerer Mitgliedsunternehmen bündelt, wurde im Sommer der Bundesnetzagentur und dem Bundeswirtschaftsministerium übermittelt und im Rahmen der Pressekonferenz der Deutschen TV-Plattform auf der IFA 2009 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Er ist dabei auf großes Interesse gestoßen und wurde daher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift FKT publiziert. Aktuell laufen im Bundesgebiet verschiedene Untersuchungen hinsichtlich möglicher Störeinwirkungen auf Fernseh-Empfangsgeräte durch die LTETechnologie. Die Experten der Arbeitsgruppe Terrestrik der Deutschen TV Plattform, die den vorliegenden Bericht erarbeitet haben, gehen davon aus, dass erst ab März 2010 entsprechende Ergebnisse vorliegen, die realistische Einschätzungen erlauben und aus denen konkrete Handlungsoptionen für eine störungsfreie Koexistenz von Rundfunk und Mobilfunk abgeleitet werden können.
Aus diesem Grunde setzt sich die Deutsche TV-Plattform dafür ein, die Versteigerung der Frequenzen im Bereich 790 MHz – 862 MHz erst nach umfassender Prüfung der Störszenarien und Erarbeitung befriedigender Lösungen für die Verbraucher vorzunehmen. Andernfalls droht das Vertrauen in digitale Rundfunktechnologien und die Unterhaltungselektronik generell zu sinken. Darüber hinaus drohen wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe. Der Bericht “Verträglichkeit von Rundfunk und Mobilfunk” ist auf der Webseite der Deutschen TV-Plattform www.tv-plattform.de abrufbar. (Quelle Text: Deutsche TV-Plattform e.V.)
There are currently no comments highlighted.






















Letzte Kommentare